Schülerinnen und Schüler der Schloss-Schule aktiv beteiligt am ökumenischen Gottesdienst zum Gedenken an die Reichsprogromnacht. Leitet Herunterladen der Datei einzum Bericht

Den Fuß durch die Tür

oggersheim: Schloss-Schule Preisträger im Wettbewerb  "Trialog der Kulturen"


Von Anette Konrad


Ein Jahr lang haben sich Schüler der Oggersheimer Schloss-Schule im Rahmen des Wettbewerbs "Trialog der Kulturen" mit den Themen Heimat, Fremde und globale Welt auseinander gesetzt. Mit Erfolg, denn sie belegten den zweiten Platz.


Sie haben Türen aufgebrochen und Grenzen überschritten - im bildlichen Sinn natürlich. Unter dem Titel "Brich auf die Tür!" haben Schüler der Schloss-Schule in Oggersheim zum Projekt "Trialog der Kulturen" ein Musikvideo gedreht. Wie der Titel schon verrät, spielen darin Türen und ihre Symbolik die Hauptrolle. Heimat und Fremde, verschiedene Religionen und Kulturen und daraus resultierende Irritationen setzen die Schüler in ihrer Abschlussarbeit gekonnt in Szene.


Was ist eigentlich Heimat? Und was ist Fremdsein? Diese Frage stand zu Beginn des Projektes, das in Zusammenarbeit mit der Medienschule am Theater im Pfalzbau durchgeführt wurde. Zusammen mit den Schülern entwickelten dann Lehrerin Beate Ullrich sowie Éva Adorján und Stephan Wriecz von der Medienschule im Theater im Pfalzbau verschiedene Szenen, bei denen immer wieder Türen im Mittelpunkt standen: auf der einen Seite eine Moscheetür, auf der anderen Seite eine Kirchentür, Damen- und Herrentoilette oder der Notausgang kontrastiert von der Staatsgrenze. Da bleiben Verwirrungen und Irritationen beim Durchschreiten der Türen nicht aus. Aufgeführt wurden die Szenen in der Fußgängerzone. "Der Auftritt hat uns viel Spaß gemacht", erinnern sich Willi (12), Ferdi (14) und Niko (13).


In das Projekt wurden neben der Theatergruppe viele andere Schüler einbezogen, sei es als Musiker oder als Kulissenbauer. Zudem wurde jede Tür in der Schule mit einem Gegensatzpaar beklebt. Im Ethik- und Religionsunterricht besprachen die Schüler verschiedene Religionen und in der Schülerbibliothek standen Büchertische bereit. So wurde der "Trialog der Kulturen" in die gesamte Schule getragen.


Die Schüler sind durch die Projektarbeit selbstbewusster geworden. Und wie nebenbei ist auch das eigentliche Ziel des Projekts, die Sprachförderung, verwirklicht worden. "Theaterspielen heißt immer auch viel reden", sagt Éva Adorján. Schließlich müssen Konzept und Inhalte erst einmal erarbeitet und miteinander diskutiert werden, bevor es an die Aufführung geht. "Die Schüler haben die Hemmung verloren zu sprechen und haben gelernt, bewusst zuzuhören und auf ihre Sprache zu achten", sagt Beate Ullrich.


"Es hat großen Spaß gemacht und wir möchten gerne weitermachen", sind sich die Schüler einig. Die Chancen stehen gut, denn von dem Preisgeld in Höhe von 7000 Euro kann die Schloss-Schule weitere trialogische Projekte umsetzen. "Konkret planen wir, weitere Projekte in Kooperation mit der Medienschule umzusetzen", sagt Ullrich. Weiterhin soll das bewährte Konzept "Spiel der Kulturen", also die Verknüpfung von Sprachförderung und Theater- und Medienpädagogik, verfolgt werden.


Einen Video-link zu unserem Siegerbeitrag gibt es Öffnet externen Link in neuem Fensterhier.

"Trialog der Kulturen"

Im Rahmen des Schulenwettbewerbs wurde im Dezember durch einen Vertreter der Herbert-Quandt-Stiftung offiziell die Plakette "Wir sind eine Schule im Trialog der Kulturen" übergeben.

 

Trialog der Kulturen - Ein Medien- und Theaterpädagogisches Projekt zur Sprachförderung

Ein Projekt der Schloss- Schule mit dem Projekttitel "Trialog der Kulturen - Fremde- Heimat - globale Welt", gefördert von der Herbert-Quandt -Stiftung

Von Beate Ullrich organisiert.

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In diesem Schuljahr nehmen wir mit einer Projektgruppe aus dem Bereich "Deutsch als Zweitsprache" am Schulwettbewerb "Trialog der Kulturen" der Herbert-Quandt-Stiftung teil.

Unter dem Titel "Trialog der Kulturen - ein Medien- und Theaterpädagogisches Konzept zur Sprachförderung" soll ein Kurzfilm sowie ein Song unter dem Motto "Fremde-Heimat-globale Welt" entstehen.

Mittlerweile hat sich eine Gruppe von 12 Schülerinnen und Schülern intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und die inhaltliche Umsetzung weiter konkretisiert. Zur Darstellung des Aspekts von sich "heimisch fühlen" und sich "fremd fühlen" haben wir uns für das Symbol der "Tür" entschieden, unser Untertitel lautet "... draußen vor der Tür........"

Wir werden einerseits alte Türen thematisch, in Anlehnung an die drei Religionen "Christentum, Judentum und Islam", gestalten und zudem zwei Türen unter dem Aspekt "Gegensätze" bemalen. Hierbei unterstützen uns unterschiedliche Projektgruppen der Schule: Die Malerwerkstatt, eine Schülergruppe im Rahmen des Kunstunterrichts sowie eine Gruppe der Unterstufe im Rahmen des Ganztagsunterrichts.

Auch im Schulhaus soll das Thema "Fremde-Heimat-globale Welt" sichtbar werden. Die Schüler haben sich dafür entschieden, die Diskussion über das Thema auch in die Klassen zu tragen, indem alle Türen der Schule mit Gegensatzpaaren beschriftet werden. Im Rahmen der Arbeit innerhalb der Projektgruppe ist deutlich geworden, dass für viele der Jugendlichen das Aufwachsen in unterschiedlichen Kulturen und Religionen auch von Gegensätzen und Wiedersprüchen geprägt ist. Es ist den Schülerinnen und Schülern wichtig, dieses zu thematisieren. Der interkulturelle Aspekt soll durch die Verwendung verschiedener Sprachen sichtbar gemacht werden (türkisch, deutsch, hebräisch). Nun bleibt abzuwarten, welche Ressonanz diese künstlerische Umsetzung des Themas in unserer Schule findet.

 

Pressemitteilung

"Trialog der Kulturen"-Schulenwettbewerb
Schüler aus Rheinland-Pfalz mit interkulturellen Projekten beim "Markt der Möglichkeiten"

Bad Homburg v.d. Höhe, 11. März 2011. Rund 130 Schüler und Lehrer aus acht rheinland-pfälzischen Schulen - darunter drei aus Ludwigshafen - haben am Nachmittag beim großen "Markt der Möglichkeiten" in Mainz interreligiöse und interkulturelle Projekte präsentiert. Gemeinsam mit zehn Schulen aus Hessen und sechs Schulen aus dem Saarland nehmen sie an der aktuellen Runde des "Trialog der Kulturen"-Schulenwettbewerbs der Herbert Quandt-Stiftung teil. Unter dem Motto  "Fremde - Heimat - globale Welt" erkunden sie seit Beginn des Schuljahres Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Judentum, Christentum und Islam.

Auf der Bühne zeigen unter anderem Schülerinnen und Schüler der Schloss-Schule Ludwigshafen-Oggersheim ein Theaterstück, das sie im Wettbewerb erarbeitet haben. Ihre T-Shirts sind bedruckt. Auf der Brust steht das Wort "Heimat", auf dem Rücken das Wort "Fremde". Die Schüler wollen ergründen, was beide Begriffe für sie persönlich bedeuten. "Wir versuchen das Thema zunächst sinnlich zu erspüren", sagt Lehrerin Eva Adorjan. Durch das anschließende  Reden über das, was uns bewegt, wollen wir zudem die Sprachkompetenz der Schüler verbessern.

 

 

 


Bildungsstaatssekretärin Vera Reiß lobte in einem Gruß, den Abteilungsleiterin Barbara Mathea überbrachte, den Ideenreichtum und das Engagement der teilnehmenden Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte: "Der von der Herbert Quandt-Stiftung ins Leben gerufene Wettbewerb passt ganz hervorragend in die Konzeption der interkulturellen Erziehung in Rheinland-Pfalz. Er unterstützt außerdem die religiöse Bildung an den Schulen, die gerade angesichts der demografischen Entwicklung und der Zuwanderungsbewegungen der vergangenen Jahrzehnte sehr wichtig ist. Denn: Das Erkennen von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen den großen Weltreligionen ist ein ganz wesentlicher Beitrag zur Integration und zum friedlichen Zusammenleben."

 

 

Dr. Christof Eichert, Vorstand der Herbert Quandt-Stiftung bezeichnete die Schüler und Lehrer als "vorbildliche Botschafter der Zukunft". Nur wer sich heute für eine bessere Gesellschaft einsetze, dürfe erwarten, auch morgen in dieser zu leben. Die Wettbewerbs-Schulen seien herausragende Beispiele für engagierte Bürger, die etwas auf die Beine stellten. "Wir freuen uns, dass wir so engagierte Schüler und Lehrer auf ihrem Weg zu einer besseren Verständigung zwischen den Kulturen begleiten dürfen."

Der "Markt der Möglichkeiten" ist die traditionelle Halbzeitpräsentation des "Trialog der Kulturen"-Schulenwettbewerbs. Er gibt den am Wettbewerb teilnehmenden Schulen in den jeweiligen Bundesländern die Gelegenheit, sich kennenzulernen und über ihre Projekte auszutauschen. Auch Mitglieder der Jury machen sich dabei ein Bild vom aktuellen Stand der Beiträge. Im Sommer entscheiden die Juroren dann über die Gewinner, die im September in der Bad Homburger Schlosskirche mit Preisgeldern von insgesamt 60.000 Euro ausgezeichnet werden.

Weitere Informationen unter: www.herbert-quandt-stiftung.de

Pressekontakt: Roman Weigand Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Tel: +49 (0) 6172 / 404-515 Mobil: +49 (0) 151 141 77 390 E-Mail: roman.weigand@herbert-quandt-stiftung.de